Manchmal beginnt ein neuer Weg nicht mit einer Diagnose, sondern mit einer leisen Sehnsucht.
Wenn ich heute auf mein Leben zurückblicke, gibt es einen Satz, der mich über viele Jahre meines früheren Lebens begleitet hat.
„Nein, du bist ja schon wieder krank.“
Ich weiß gar nicht mehr, wie oft ich diesen Satz damals gehört habe. Er kam von Menschen, die es gut mit mir meinten. Manchmal war es eher ein mitleidiger Blick, manchmal eine schnelle Erklärung. „Du musst dich einfach wärmer anziehen.“ Oder: „Du bist eben anfällig.“
Heute, mit 70 Jahren, fühlt sich mein Leben ganz anders an. Doch damals nahm ich diese Worte hin. Vielleicht, weil ich selbst keine andere Antwort kannte. Irgendwann gehören solche Sätze fast zu einem selbst. Man hört sie so oft, dass man beginnt, sie zu glauben.
Und doch war da tief in mir etwas, das sich dagegen wehrte.
Ich wollte nicht die Frau sein, von der andere sagten: „Sie ist schon wieder krank.“
Meine Sehnsucht nach Gesundheit wurde immer größer
Ich sehnte mich nach Gesundheit.
Nicht nach einer Gesundheit, die für ein paar Tage anhielt, sondern nach einem Körper, dem ich wieder vertrauen konnte. Ich sehnte mich nach einem Alltag, in dem Krankheit nicht ständig mit am Tisch saß. Vor allem aber sehnte ich mich nach einem Gefühl von Normalität.
Damals wusste ich noch nicht, wohin mich diese Sehnsucht führen würde. Ich wusste nur, dass ich mich nicht damit zufriedengeben wollte, immer wieder dieselben Antworten zu hören.
Mit den Jahren lernte ich viele Menschen kennen. Einige begleiteten mich nur ein kleines Stück meines Weges, andere öffneten Türen, von denen ich vorher nicht einmal wusste, dass es sie gab. Ich begann zu lesen, Fragen zu stellen und mich mit meinem Körper auf eine Weise zu beschäftigen, wie ich es früher nie getan hatte.
Als ich begann, andere Fragen zu stellen
Natürlich bin ich dankbar für die Möglichkeiten der Allgemeinmedizin. Es gibt Situationen, in denen sie für mich unverzichtbar ist. Auch heute gibt es Momente, in denen ich zu meinem Spray greife, und ich tue das mit Dankbarkeit.
Gleichzeitig entstand in mir eine andere Frage, die mich bis heute begleitet.
Nicht nur: Was hilft mir jetzt? Sondern auch: Warum zeigt mir mein Körper genau das?
Ich weiß, dass es auf diese Frage nicht immer nur eine Antwort gibt. Vielleicht gibt es sogar mehrere. Doch allein die Bereitschaft, sie überhaupt zu stellen, hat meinen Blick verändert.
Ich hörte auf, meinen Körper nur dann wahrzunehmen, wenn etwas nicht funktionierte.
Gesundheit wächst oft in kleinen Entscheidungen
Langsam begann ich zu verstehen, dass Gesundheit nicht an einem einzigen Tag entsteht. Sie wächst. Ganz leise. Oft in den kleinen Entscheidungen, die niemand sieht. Sie wächst in den Momenten, in denen wir unserem Körper etwas Gutes schenken, obwohl er noch gar nicht danach verlangt. Sie wächst in der Zeit, die wir uns selbst schenken. Und sie wächst in dem Vertrauen, dass jeder liebevolle Schritt zählt, auch wenn wir seine Wirkung nicht sofort sehen können.
Wenn ich heute an die Frau von damals denke, empfinde ich vor allem Mitgefühl. Sie wollte einfach nur gesund sein. Sie wusste noch nicht, dass sie auf dieser Suche viel mehr finden würde. Sie fand Vertrauen. Nicht das blinde Vertrauen darauf, dass nie wieder schwierige Zeiten kommen würden, sondern das Vertrauen, dass ihr Körper und sie ein Team werden konnten.
Heute gehe ich mit meinem Körper
Vielleicht ist das der größte Unterschied zu früher. Ich kämpfe heute nicht mehr gegen meinen Körper.
Ich gehe mit ihm.
Genau deshalb gehören inzwischen einige liebevolle Gewohnheiten ganz selbstverständlich zu meinem Alltag. Nicht aus Pflichtgefühl. Nicht aus Angst, sondern weil ich meinem Körper etwas von dem zurückgeben möchte, was er Tag für Tag für mich leistet.
Wenn ich heute, mit 70 Jahren, voller Freude arbeite, neue Ideen entwickle oder stundenlang an meinen Projekten sitze, staune ich manchmal selbst darüber, dass mir vieles heute sogar leichter fällt als in früheren Jahren. Nicht, weil mein Körper jünger geworden wäre, sondern weil ich ihn heute viel besser kenne. Ich weiß, was ihm guttut, was er braucht und wann ich genauer hinhören darf. All die kleinen Entscheidungen, die ich über viele Jahre getroffen habe, haben ihren Anteil daran. Sie haben mich nicht zu einem anderen Menschen gemacht. Aber sie haben mich gelehrt, achtsamer mit dem Menschen umzugehen, der ich schon immer war und meinem Körper heute das zu geben, was ich früher noch nicht über ihn wusste.
Zum Nachspüren
Es gibt auch in deinem Leben einen Satz, den du viel zu oft gehört hast. Vielleicht hat er sich so tief eingeprägt, dass du ihn inzwischen selbst glaubst. Nimm dir heute einen Moment Zeit und frage dich ganz in Ruhe:
Welcher Satz über meinen Körper begleitet mich schon seit vielen Jahren?
Und dann lausche nach innen.
Vielleicht wartet dort schon lange eine Antwort darauf, endlich gehört zu werden.
Du möchtest mehr erfahren?
Wenn du dich in meiner Geschichte wiedergefunden hast und neugierig bist, welche kleinen Gewohnheiten mich heute begleiten oder welche Erfahrungen ich auf meinem Weg gesammelt habe, dann freue ich mich über deine Nachricht über mein Kontaktformular. Manchmal beginnt ein neues Kapitel genau mit diesem ersten Austausch.


